Wissenslandkarte · Feld M

Arbeits- und Organisationspsychologie

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63 Themen in sechs Blöcken, je mit drei Relevanzmarken: K Krisensparring, H HR-Angebot, A Ausbildungsangebot. Die Kürzel A1…F4 sind eingefroren und dienen als Tags in der Skill und im Themenradar. Stand 30. Juli 2026.

Wie die Karte zu lesen ist

K
Relevanz für Krisensparring — Geschäftsführung und Führungskräfte in Krisenlagen
H
Relevanz für ein Angebot an HR-Führungskräfte
A
Relevanz für das Grundlagenangebot an Führungs- und Nachwuchsführungskräfte. Kriterium ist nicht die fachliche Bedeutsamkeit, sondern: Braucht eine Führungskraft das, um besser zu handeln — und schützt es sie gegen die nächste Managementmode?
Kernthema
Zwölf Themen mit Tiefenbearbeitung (Dossier), erkennbar am orangen Rand
Randthema
Bleibt auf der Karte, aber auf Kurzprofil-Stufe. Gestrichen wird nichts, solange die HR-Frage offen ist
Quellenstatus
✔ gegen Katalog oder Verlagsangabe geprüft · ○ aus Fachkenntnis, vor Veröffentlichung nachzuweisen
Belegregel
Locker für Modelle und Mechanismen. Konkrete Zahlen, Effektstärken und zugeschriebene Studienbefunde gelten als ungeprüft, bis belegt
Kernthemen der Tiefenstufe — 12 Dossiers: B3 B4 B5 B15 C10 D3 D4 D11 D12 D13 D14 D19 F2 F4 — B4 und B5 werden zu einem Dossier zusammengefasst, F2 und F4 ebenfalls.
Block A

Grundlagen, Methoden, Berufsausübung

A1 Gegenstand und Selbstverständnis des Fachs KgeringHgeringAmittel

Menschenbilder (Taylorismus → Human Relations → Handlungsregulation → Positive Organizational Behavior), Verhältnis zu BWL, Soziologie, Arbeitswissenschaft.

Fundament, kein Angebotsthema.
A2 Forschungsmethoden der A&O-Psychologie KgeringHmittelAhoch

Feld- vs. Laborstudie, Längsschnitt, Tagebuchstudien, Mehrebenenanalyse, Metaanalyse, Replikationskrise, Effektstärken richtig lesen. Enzyklopädie Themenbereich B, Serie III, Bd. 3 ✔

„Studien richtig lesen“ ist hier kein Selbstzweck: Es entscheidet, ob eine Meldung ins Beratungsgespräch darf.
A3 Psychologische Diagnostik in Organisationen KgeringHhochAmittel

Gütekriterien, Testtheorie in Grundzügen, DIN 33430 (Anforderungen an berufsbezogene Eignungsbeurteilung) ○, Normierung, Fairness.

A4 People Analytics und HR-Kennzahlen KmittelHhochAmittel

Fluktuations-, Fehlzeiten-, Engagement-Kennzahlen; Nutzenanalysen (Utility); algorithmische Entscheidungsunterstützung; Grenzen und Datenschutz.

A5 Berufsethik, Berufsrecht, Datenschutz KhochHhochAmittel

Berufsethische Richtlinien, Schweigepflicht, Abgrenzung Beratung/Heilkunde, DSGVO in Befragung und Diagnostik, Mitbestimmung (§ 87 BetrVG bei Verhaltens- und Leistungskontrolle) ○.

Deckt sich direkt mit der stehenden Abgrenzungsregel.
Block B

Arbeitspsychologie

Enzyklopädie D/III/1 „Arbeitspsychologie“ ✔ · Ingenieurpsychologie D/III/2 ✔

B1 Arbeitsanalyse und Arbeitsbewertung KmittelHhochAmittel

Verfahrensfamilien (bedingungs- vs. personenbezogen), Tätigkeitsspielraum, Vollständigkeit von Tätigkeiten; Instrumente: TBS, VERA/RHIA, KABA, ISTA, Job Diagnostic Survey ○.

B2 Arbeitsgestaltung KmittelHhochAhoch

Handlungsregulationstheorie (Hacker, Volpert) ○, Job Characteristics Model (Hackman & Oldham) ○, soziotechnischer Systemansatz, MTO-Konzept (Mensch–Technik–Organisation, Ulich) ○, Job Enrichment / Enlargement / Rotation.

B3 Belastung und Beanspruchung KhochHhochAhoch

Begriffspaar nach DIN EN ISO 10075 ○; Anforderungs-Kontroll-Modell (Karasek) ○; Gratifikationskrisen (Siegrist) ○; Job Demands–Resources-Modell (Bakker & Demerouti) ○; Ressourcen- und Puffereffekte.

Kernthema
Das theoretische Rückgrat für fast alles, was im Sparring über Druck gesagt wird.
B4 Stress, Erschöpfung, Burnout KhochHhochAhoch

Stresstheorien (transaktional, Lazarus) ○, Burnout-Konstrukt und seine Umstrittenheit, Abgrenzung zu Depression (ICD-11: Burnout als Berufsphänomen, keine Krankheit) ○, Chronifizierung.

Kernthema
Achtung Abgrenzung: hier verläuft die Grenze zur Heilkunde.
B5 Erholung, Detachment, Regeneration KhochHmittelAhoch

Erholungsforschung (Sonnentag) ○, psychologisches Abschalten, Pausenregime, Schlaf als Leistungsfaktor, Urlaubseffekte und ihre Halbwertszeit.

Kernthema
Deckt sich mit vorhandenem Content („Reparatur statt Ausfall“).
B6 Arbeitszeit, Schichtarbeit, Erreichbarkeit KmittelHmittelAmittel

Chronobiologie, Schichtsystemgestaltung, Rufbereitschaft, ständige Erreichbarkeit, Vier-Tage-Woche (Evidenzlage).

Randthema
Teilweise Randthema — Vorschlag: nur den Logistik-Ausschnitt führen.
B7 Arbeits- und Gesundheitsschutz, BGM KmittelHhochAmittel

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (§ 5 ArbSchG) ○, GDA-Leitlinie ○, betriebliches Gesundheitsmanagement, Verhältnis- vs. Verhaltensprävention, BEM, ISO 45003 ○.

Stärkstes Anknüpfungsthema für ein HR-Angebot, weil rechtlich verpflichtend.
B8 Arbeitssicherheit und Fehlerkultur KmittelHmittelAmittel

Sicherheitsklima, menschliches Versagen (Reason) ○, High Reliability Organizations ○, Beinahe-Unfall-Meldesysteme, Just Culture.

Besondere Passung zur Kontraktlogistik.
B9 Ingenieurpsychologie und Mensch-Technik-Interaktion KgeringHgeringAgering

Automatisierungsgrade, Vigilanz, Bedienfehler, Usability, Assistenzsysteme, Mensch-Roboter-Kollaboration (Lager, Kommissionierung).

Randthema
Fachlich groß (eigener Enzyklopädie-Band), hier vermutlich Randgebiet — außer als Logistik-Spezialthema.
B10 Digitalisierung und KI in der Arbeit KhochHhochAhoch

Technologieakzeptanz (TAM/UTAUT) ○, algorithmisches Management, Aufgabenverschiebung durch KI, Qualifizierungsdruck, Technostress, Kontrollerleben.

Derzeit das publikationsstärkste Feld überhaupt.
B11 Ort und Form der Arbeit: Homeoffice, Hybrid, mobile Arbeit KmittelHhochAhoch

Isolation vs. Autonomie, Grenzmanagement (Segmentierung/Integration), Führung auf Distanz, Präsenzpflichtdebatte, Teamkohäsion im Hybridmodus.

B12 Neue Erwerbsformen KgeringHmittelAgering

Gig Work, Plattformarbeit, Solo-Selbstständigkeit, Leiharbeit, Werkverträge.

Randthema
Die eigene Historie in der Personaldienstleistung macht das anschlussfähiger als üblich. Vorschlag: auf Leiharbeit und Werkvertrag im Mittelstand verengen.
B13 Job Crafting, Arbeitsengagement, Sinnerleben KmittelHhochAhoch

Aktive Aufgabengestaltung durch Beschäftigte, Work Engagement (Schaufeli) ○, Meaningful Work, Berufung / Calling.

B14 Work-Life-Interface KmittelHhochAmittel

Konflikt- und Bereicherungsmodelle, Spillover und Crossover in die Familie, Care-Verpflichtungen, Vereinbarkeit als Bindungsfaktor.

B15 Beschäftigungsunsicherheit, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit KhochHhochAmittel

Job Insecurity als eigenständiger Stressor, Wirkungen von Kurzarbeit, psychische Folgen von Arbeitslosigkeit (Jahoda: latente Funktionen der Arbeit) ○, Wiedereingliederung.

Kernthema
Direkt an der Kernsituation Restrukturierung.
B16 Alter, Demografie, Erwerbsverlauf KgeringHhochAmittel

Alternsgerechte Arbeitsgestaltung, Wissenstransfer über Generationen, Leistungsfähigkeit im Alter (Differenzierung statt Defizitmodell), Übergang in den Ruhestand.

Randthema
Ruhestandsübergang: HR-relevant, sparringfern.
Block C

Personalpsychologie

Enzyklopädie D/III/3 „Organisationspsychologie — Grundlagen und Personalpsychologie“ ✔

C1 Anforderungsanalyse und Kompetenzmodelle KmittelHhochAmittel

Anforderungsermittlung, Critical Incident Technique ○, Kompetenzmodelle und ihre Schwächen, Job Descriptions vs. Rollenbilder.

C2 Personalauswahl und Eignungsdiagnostik KgeringHhochAhoch

Prognostische Validität der Verfahren (strukturiertes Interview, Arbeitsproben, kognitive Fähigkeitstests, Persönlichkeitsverfahren, Assessment Center) ○; Big Five; Integritätstests; Interviewfehler; Adverse Impact und Fairness; KI-gestütztes Screening.

Klassisches HR-Kernthema, hoher Beratungsbedarf, viel Halbwissen im Markt.
C3 Personalmarketing, Employer Branding, Bewerbererleben KgeringHhochAgering

Signaling, Passung (Person-Organization-Fit), Candidate Experience, Absageverhalten, Fachkräftemangel als Rahmenbedingung.

C4 Onboarding und organisationale Sozialisation KmittelHhochAhoch

Sozialisationstaktiken, Rollenklärung, Frühfluktuation, Probezeitabbrüche, Einarbeitung im Hybridmodus.

Anschluss an den vorhandenen Content „Die ersten 100 Tage“.
C5 Leistungsbeurteilung und Feedback KmittelHhochAhoch

Beurteilungsfehler (Halo, Milde, Tendenz zur Mitte) ○, 360-Grad-Feedback, Zielvereinbarung / MbO / OKR, Feedbackwirkung einschließlich negativer Effekte, Trennung von Beurteilung und Entwicklung.

Anschluss an „Überzogene Zielvorgaben“ und „Minimum- und Maximumprinzip“.
C6 Personalentwicklung, Training, Lerntransfer KmittelHhochAmittel

Bedarfsanalyse, Trainingsgestaltung, Transferproblem und Transferklima, Evaluationsebenen (Kirkpatrick und dessen Kritik) ○, Lernen am Arbeitsplatz, E- und Micro-Learning.

C7 Führungskräfteentwicklung, Talent- und Nachfolgemanagement KhochHhochAmittel

Potenzialbeurteilung, High-Potential-Programme und ihre Nebenwirkungen, Nachfolgeplanung, Führungskräfte-Coaching als Instrument der Personalentwicklung.

Scharnier zwischen dem Sparring und dem HR-Einkauf.
C8 Laufbahn, Karriere, berufliche Übergänge KmittelHmittelAmittel

Berufswahltheorien (Holland, Super) ○, Karriereanker (Schein) ○, Laufbahnankerung im Mittelstand, Fach- vs. Führungslaufbahn, Karriereschocks, berufliche Neuorientierung nach 50.

Randthema
Vorschlag: auf „berufliche Neuorientierung 45+“ verengen, Berufswahltheorien nur als Fundament.
C9 Vergütung und Anreizsysteme KhochHhochAmittel

Motivationswirkung variabler Vergütung und ihre Grenzen, Verdrängungseffekte, Entgeltgerechtigkeit, Transparenzrichtlinie ○, Bonusdesign in der Krise.

C10 Trennungsmanagement, Personalabbau, Survivor-Effekte KhochHhochAhoch

Ankündigung und Durchführung von Personalabbau, Trennungsgespräch, Outplacement, „Survivor Syndrome“ bei den Verbleibenden ○, Vertrauensverlust nach Abbauwellen, Sozialplanpsychologie.

Kernthema
Das härteste Alleinstellungsthema — und in der Fachliteratur eher stiefmütterlich behandelt.
C11 Bindung und Fluktuation KhochHhochAhoch

Kündigungsabsicht vs. tatsächliche Kündigung, Unfolding Model of Turnover ○, Retention nach Krisen, innere Kündigung, Präsentismus.

Block D

Organisationspsychologie

Enzyklopädie D/III/4 „Organisationspsychologie — Gruppe und Organisation“ ✔

D1 Arbeitsmotivation und Volition KhochHhochAhoch

Zielsetzungstheorie (Locke & Latham) ○, Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan) ○, Erwartungs-mal-Wert-Modelle, Rubikon- und Handlungsphasenmodell (Heckhausen) ○, Selbstwirksamkeit (Bandura) ○, intrinsisch/extrinsisch und der Korrumpierungseffekt.

Vorhandener Content nutzt das bereits (Selbstwirksamkeit, Spaß an der Arbeit).
D2 Arbeitszufriedenheit, Commitment, Engagement KmittelHhochAmittel

Formen der Arbeitszufriedenheit (Bruggemann) ○, affektives, normatives und kalkulatorisches Commitment (Meyer & Allen) ○, Engagement vs. Zufriedenheit, Zusammenhang mit Leistung — schwächer als allgemein angenommen.

D3 Psychologischer Vertrag und Vertrauen KhochHhochAhoch

Unausgesprochene wechselseitige Erwartungen, Vertragsbruch und seine Folgen, Vertrauensaufbau und -reparatur, Vertrauen in Führung.

Kernthema
Kernkonzept für den Fall „Vertrauensbruch im Führungsteam“.
D4 Organisationale Gerechtigkeit KhochHhochAhoch

Verteilungs-, Verfahrens-, Interaktions- und Informationsgerechtigkeit ○; Gerechtigkeitserleben bei Abbau, Beförderung und Vergütung; „fair process effect“.

Kernthema
Das wirksamste einzelne Konzept für Restrukturierungskommunikation.
D5 Positives und negatives Arbeitsverhalten KmittelHhochAmittel

Organizational Citizenship Behavior, kontraproduktives Arbeitsverhalten (Diebstahl, Sabotage, Absentismus), Zynismus, Schweigen (Employee Silence), Whistleblowing.

D6 Gruppen und Teams KhochHhochAhoch

Teameffektivitätsmodelle (Input-Prozess-Output), Rollen, Kohäsion, Prozessverluste (soziales Faulenzen, Koordinationsverluste), geteilte mentale Modelle, Teamentwicklung, virtuelle Teams.

D7 Psychologische Sicherheit und Fehlerklima KhochHhochAhoch

Konstrukt nach Edmondson ○, Zusammenhang mit Lernen und dem Melden von Problemen, Wirkung von Führungsverhalten, Fehlerkultur in Krisen.

D8 Kommunikation in Organisationen KhochHmittelAhoch

Informationsfluss und -defizite, Gerüchte und Unsicherheit, Meeting-Effektivität, Kaskadenkommunikation, Krisenkommunikation nach innen.

Die „Informationsdisziplin“ aus dem vorhandenen Content gehört hierher.
D9 Konflikt, Verhandlung, Mediation KhochHhochAhoch

Konflikttypen (Aufgaben-, Beziehungs-, Prozesskonflikt), Eskalationsstufen (Glasl) ○, Verhandlungspsychologie, Mediation, Konfliktklärung im Führungsteam.

D10 Mobbing, Belästigung, destruktives Sozialverhalten KmittelHhochAmittel

Mobbingverläufe, Beschwerdesysteme, AGG-Bezüge ○, Umgang mit Vorwürfen, Untersuchungen im Betrieb.

D11 Macht, Mikropolitik, Einfluss KhochHmittelAmittel

Machtbasen (French & Raven) ○, Einflusstaktiken, Koalitionsbildung, Mikropolitik in Restrukturierungen, Umgang mit Gesellschafterinteressen.

Kernthema
Im Sparring täglich präsent, in der Literatur unterrepräsentiert — deshalb in die Tiefenstufe getauscht.
D12 Führung — Theorien und Befundlage KhochHhochAhoch

Eigenschafts-, Verhaltens- und Kontingenzansätze; transformationale und transaktionale Führung ○; Leader-Member-Exchange ○; Servant, Ethical und Authentic Leadership; destruktive Führung; geteilte und laterale Führung; Follower-Perspektive; Führung auf Distanz; gesundheitsförderliche Führung.

Kernthema
D13 Führungskräfte als Beanspruchte KhochHmittelAhoch

Belastung der Führenden selbst, Einsamkeit der Position, Emotionsarbeit und Fassadenverhalten, Erschöpfung an der Spitze, Entscheidungsqualität unter Dauerdruck.

Kernthema
Der eigentliche Markenkern. Forschungslage vergleichsweise dünn — das ist hier die Chance, nicht das Problem.
D14 Entscheiden in Organisationen KhochHmittelAhoch

Heuristiken und Verzerrungen, Gruppendenken ○, eskalierendes Commitment, Entscheiden unter Ambiguität und Zeitdruck, naturalistische Entscheidungsforschung (Klein) ○, Sensemaking (Weick) ○.

Kernthema
Direktes Fundament für „Dilemma-Entscheidungen ohne gute Option“.
D15 Organisationskultur und -klima KmittelHhochAmittel

Kulturebenenmodell (Schein) ○, Klimakonstrukte, Subkulturen, Kulturdiagnostik, Kulturwandel und seine Grenzen, Kultur nach Fusionen.

D16 Organisationsdiagnose und Mitarbeiterbefragung KmittelHhochAmittel

Befragungsdesign, Survey-Feedback-Prozess, Rücklauf und Vertrauen, Follow-up-Verpflichtung, Pulse Surveys, Kennzahlensysteme.

Gut in ein verkaufbares Format übersetzbar.
D17 Organisationsentwicklung und Wandel KhochHhochAhoch

Wandelmodelle (Lewin, Kotter — mit kritischer Einordnung) ○, Widerstand als Information, Beteiligungsgrade, Change-Kommunikation, Veränderungsmüdigkeit, Wirksamkeitsnachweise von OE.

D18 Fusionen, Übernahmen, Post-Merger-Integration KhochHmittelAgering

Kulturkollision, Identitätsbedrohung, Bleibe- und Gehe-Entscheidungen von Leistungsträgern, Integrationsgeschwindigkeit.

Deckt sich mit der eigenen Berufserfahrung.
D19 Restrukturierung, Sanierung, Insolvenznähe KhochHmittelAmittel

Führung unter Existenzdruck, Kommunikation gegenüber Belegschaft und Betriebsrat, Umgang mit Stigma und Scham, Verhalten von Leistungsträgern, Vertrauen nach Sanierung.

Kernthema
Als eigenständiges psychologisches Forschungsfeld schwach besetzt — genau hier entsteht der Differenzierungsraum.
D20 Organisationale Resilienz und Krisenmanagement KhochHmittelAmittel

Resilienzbegriff auf Organisationsebene, nicht individuell; High Reliability Organizing ○, Notfall- und Krisenstäbe, Antizipation vs. Improvisation, Lernen aus Krisen.

D21 Organisationales Lernen, Wissensmanagement, Innovation KmittelHmittelAmittel

Lernende Organisation mit kritischer Distanz, Wissenstransfer bei Personalabgängen, Kreativitätsbedingungen, Innovationsklima, Fehlertoleranz.

D22 Diversität, Inklusion, interkulturelle Zusammenarbeit KmittelHhochAhoch

Diversitätsdimensionen und Wirkungen — nicht durchweg positiv; Inklusionsklima, Stereotype und Vorurteile am Arbeitsplatz, Kulturvergleich (Hofstede, GLOBE, beide mit methodischer Kritik) ○, Führung multinationaler Belegschaften.

Anschluss an den Content „Führen von Arbeitern aus 13 Nationen“.
D23 Ethik, Compliance, Integrität in Organisationen KmittelHmittelAmittel

Ethisches Klima, Regelverstöße unter Druck, Compliance-Systeme und ihre Verhaltenswirkung, Hinweisgeberschutz ○.

D24 Nachhaltigkeit, ESG und Arbeitsverhalten KgeringHmittelAgering

Sinnstiftung durch Nachhaltigkeitsziele, Green Behavior am Arbeitsplatz, Glaubwürdigkeitsprobleme.

Randthema
Modethema mit dünner Befundlage — beobachten, nicht aufbauen.
Block E

Wirtschafts- und Marktpsychologie

Enzyklopädie D/III/5 „Marktpsychologie“ ✔ · D/III/6 „Wirtschaftspsychologie“ ✔

E1 Konsumenten-, Werbe- und Verkaufspsychologie KgeringHgeringAgering

Eigenes Fach mit eigener Systematik.

Randthema
Nur relevant, soweit es die eigene Akquise betrifft. Vorschlag: streichen.
E2 Verhaltensökonomie und Entscheidungsverzerrungen KmittelHmittelAmittel

Prospect Theory ○, Framing, Verlustaversion, Nudging und dessen Grenzen; Anwendung auf Managemententscheidungen.

Überschneidet sich stark mit D14 — Doppelpflege vermeiden.
E3 Vertrauen in Märkten, Verhandlung mit Banken und Investoren KhochHgeringAgering

Signalwirkung, Reputationsdynamik, Verhandlungsposition unter Zeitdruck.

Praktisch hochrelevant, wissenschaftlich verstreut.
Block F

Beratung, Coaching, Sparring

F1 Beratungspsychologie und Auftragsklärung KhochHhochAgering

Kontrakt, Rollen (Berater, Experte, Prozessbegleiter), Dreiecksverträge (Auftraggeber ist nicht Klient), Loyalitätskonflikte.

F2 Coaching: Wirkfaktoren und Evidenz KhochHhochAmittel

Metaanalytische Befunde zur Wirksamkeit ○, Wirkfaktoren (Arbeitsbündnis, Zielklarheit, Ressourcenaktivierung), Qualitätssicherung, Marktverwilderung und Abgrenzung seriöser Anbieter.

Kernthema
Die Legitimationsbasis gegenüber dem HR-Einkauf.
F3 Kollegiale Beratung, Peer-Gruppen, Supervision KhochHhochAhoch

Formate, Wirkung, Aufbau von Führungskreisen.

Direkter Bezug zum Gruppenformat ab 75 EUR pro Person.
F4 Abgrenzung Beratung / Heilkunde KhochHhochAhoch

Rechtlicher Rahmen, Erkennen von Behandlungsbedürftigkeit, Vermittlungswege, Dokumentation der Abgrenzung.

Kernthema
Pflichtthema — deckt die stehende Abgrenzungsregel fachlich ab.

Kein Thema passt zu dieser Suche.

Quellen

Enzyklopädie der Psychologie · Themenbereich D „Praxisgebiete“, Serie III (Hogrefe, Göttingen)

Reihenherausgeber der aktuellen Auflage: Birbaumer, Frey, Kuhl, Schneider, Schwarzer. ✔

BandTitelJahrStatus
1Arbeitspsychologie (Hrsg. Kleinbeck & Schmidt; Vorauflage 1987 Hrsg. Kleinbeck)2010✔
2Ingenieurpsychologie (Hrsg. Zimolong & Konradt)2006✔
3Organisationspsychologie — Grundlagen und Personalpsychologie2004✔ · Herausgeberschaft (Schuler) noch zu bestätigen
4Organisationspsychologie — Gruppe und Organisation2004✔ · Herausgeberschaft noch zu bestätigen
5Marktpsychologie (Hrsg. von Rosenstiel)2007✔
6Wirtschaftspsychologie (Hrsg. Frey)2007✔

Ergänzend, methodisch: Themenbereich B, Serie III, Band 3 — Methoden der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie (Hrsg. Greif & Hamborg), 2018. ✔  Ältere Bände derselben Serie (Roth 1989, Irle 1983) sind durch die genannten ersetzt. ✔

Bewertung. Die Enzyklopädie ist ein exzellentes Referenzwerk (Stand 2004–2010, Methoden 2018), aber kein Aktualitätsinstrument. Sie taugt zur Verortung eines Themas und zum Nachschlagen der Modellgrundlagen — nicht, um zu wissen, was 2025/26 publiziert wurde. Beide Funktionen bleiben getrennt.

Deutschsprachige Lehr- und Handbücher ○

  • Nerdinger, Blickle & Schaper: Arbeits- und Organisationspsychologie (Springer) — Standardlehrbuch
  • Kirchler (Hrsg.): Arbeits- und Organisationspsychologie (facultas/UTB)
  • Schuler & Kanning (Hrsg.): Lehrbuch der Personalpsychologie (Hogrefe)
  • Ulich: Arbeitspsychologie (Schäffer-Poeschel)
  • von Rosenstiel, Regnet & Domsch (Hrsg.): Führung von Mitarbeitern (Schäffer-Poeschel)
  • Bamberg, Ducki & Metz (Hrsg.): Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt (Hogrefe)

Auflagenstände vor Nutzung prüfen.

Internationale Handbücher

  • Ones, Anderson, Viswesvaran & Sinangil (Eds.): The SAGE Handbook of Industrial, Work and Organizational Psychology, 2. Aufl. 2018 ✔
  • Zedeck (Ed.): APA Handbook of Industrial and Organizational Psychology, 2010 ✔

Fachzeitschriften ○

Deutschsprachig: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A&O (Hogrefe) ✔ · Gruppe. Interaktion. Organisation. (GIO) · Zeitschrift für Arbeitswissenschaft · Wirtschaftspsychologie (Pabst) · Organisationsberatung, Supervision, Coaching (OSC) · Coaching | Theorie & Praxis (Open Access)

International: Journal of Applied Psychology · Personnel Psychology · Journal of Organizational Behavior · Journal of Occupational and Organizational Psychology · European Journal of Work and Organizational Psychology · Journal of Occupational Health Psychology · Work & Stress · The Leadership Quarterly · Academy of Management Journal / Review / Annals · Journal of Vocational Behavior · Annual Review of Organizational Psychology and Organizational Behavior — beste Einstiegsquelle für den Überblicksstand

Institutionen und Reportreihen ○

BAuA · EU-OSHA (ESENER) · Eurofound (European Working Conditions Survey) · IAB (Betriebspanel) · Fraunhofer IAO · iga · WIdO/AOK Fehlzeiten-Report · Gesundheitsreports von DAK, TK, Barmer · DGPs Fachgruppe A&O · BDP Sektion Wirtschaftspsychologie · EAWOP · SIOP · ZPID/PsychOpen, PubPsych

Etikett beachten. Gallup Engagement Index, Stepstone, Randstad, Hays und vergleichbare Erhebungen sind Marktbeobachtung, kein Beleg. Sie sind rhetorisch stark und in HR-Runden anschlussfähig — aber sie tragen keine wissenschaftliche Aussage.
Themenradar — wie „aktuell bleiben“ funktioniert

Drei Ausbaustufen. Stufe 3 ist gewählt.

Stufe 1 — ohne Technik

Google-Scholar-Alerts auf 8–12 Suchbegriffe, Inhaltsverzeichnis-Alerts bei fünf Zeitschriften, jährlicher Durchgang durch den Annual Review of Organizational Psychology and OB.

Stufe 2 — halbautomatisch

RSS-Sammlung der Journal-Feeds plus BAuA- und IAB-Meldungen in einem Reader; wöchentlich 20 Minuten Sichtung; Treffer werden mit dem Themenkürzel dieser Landkarte abgelegt.

Stufe 3 — eigener Themenradar auf diesem Server gewählt

  • nächtlicher Abruf über offene Metadaten-Schnittstellen (Crossref, OpenAlex, PubPsych) nach Suchprofilen je Themenkürzel
  • Ablage in PostgreSQL, Deduplizierung über DOI
  • wöchentliche Kurzliste per Mail; Oberfläche analog zur Neustart-Seite
  • optional: automatische deutschsprachige Kurzzusammenfassung je Treffer
Reihenfolge. Aufwand realistisch ein Arbeitstag. Erst die Skill (sofort nutzbar, keine Serverzeit), dann die Suchprofile von Hand gegenprüfen — wenn ein Profil zu D19 fünfzig irrelevante Treffer pro Woche liefert, will man das vor der Automatisierung wissen. Der Bau selbst gehört zeitlich hinter den Termin bei RA Stahl: Aufbauprojekt, kein Fristthema.
Offene Punkte
  1. Herausgeberschaft der Enzyklopädie-Bände 3 und 4 nicht positiv bestätigt (Katalogtreffer widersprüchlich).
  2. Auflagenstände der deutschsprachigen Lehrbücher ungeprüft.
  3. HR-Angebot: Zielgruppenzuschnitt und Verhältnis zum Krisensparring offen.
  4. Angebot „Grundkenntnis A&O“ für Führungs- und Nachwuchsführungskräfte: Format, Umfang, Preis offen — und die Frage, ob dafür eine dritte Relevanzmarke nötig wird, weil die Auswahl dort anders ausfällt als für Sparring und HR.
  5. Gliederungskürzel A1…F4 sind eingefroren — sie dienen als Tags in Skill und Themenradar. Änderungen nur mit Nachzug in beiden.

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